Shisha Tabak selbst herstellen – Der Ultimative Guide


shishatabak

Warum sollte ich Shishatabak selber machen?
Ist das nicht ein riesen Aufwand?

In diesem Beitrag soll es darum gehen, wie man Shisha Tabak selbst herstellen kann und welche Dinge man beachten muss.

 

Zusammensetzung von
Shisha Tabak

Zuallererst möchte ich mit dir die Zusammensetzung von Shishatabak besprechen.
Alle Angaben sind circa Angaben und können je nach Hersteller nochmals stark unterschiedlich sein.
15-20% Tabak (Virginia)
80-85% Molasse

Die sogenannte Molasse macht vom Shishatabak zwischen 80-85% aus. Hierbei darf diese jedoch nicht Melasse
wie sie auch gern genannt wird verwechselt werden.
Melasse ist nämlich dunkler Zuckerrohrsirup und kann muss aber nicht ein Bestandteil von der Molasse sein.

Tabak

Für Shishatabak nimmt man vorzugsweise die Sorte Virginia.
Es gibt ein paar wenige Sorten und Abwandlungen mit Burley Tabak (sehr stark, hoher Nikotingehalt).
Diese lassen sich aber sehr schlecht gemütlich rauchen, weil sie sehr nikotinhaltig sind.
Virginia ist ein gelbfarbenes Tabakblatt kann aber je nach Sorte auch leicht hellbraun sein.
Der Nikotingehalt beim unbehandelten Virginiablatt liegt zwischen 1 und 3,5%.

Was ist Molasse?

Molasse ist die Flüssigkeit die zum Befeuchten des Tabaks verwendet wird um ihn zum Shishatabak zu verarbeiten.
Sie besteht aus 2-4 wesentlichen Bestandteilen.
Dem Feuchthaltemittel, dem Geschmacksaroma und optional einem Süßungsmittel.

 Feuchthaltemittel

Das Feuchthaltemittel ist bei Shishatabak immer das sogenannte Glycerin oder in der Fachsprache Vegetable Glycerine (pflanzliches Glycerin) mit VG abgekürzt.
Es macht von der Molasse je nach Mischung bis zu 90% aus. Es ist bei Raumtemperatur dickflüssig, farblos, geruchlos und schmierig.
Es hat eine Dichte von 1,26g/cm³. Das bedeutet, dass 100ml Glycerin 126g wiegen.

Aroma

Das Geschmacksaroma gibt dem Shishatabak seinen Geschmack. Die genaue Mischung der Aromen und ihrer Quellen halten die Hersteller geheim.
Es werden meist hochdosierte Aromakonzentrate verwendet. Diese bestehen aus Propylenglycol (PG) und Aroma.
Propylenglycol (1,2-Propandiol) ist eine farblose, geruchlose Flüssigkeit mit etwa dem Gewicht von Wasser (~1g=1ml).

Süßungsmittel

Beim Shishatabak gibt es einige Süßungsmittel die verwendet werden. Die gängigsten sind hierbei Honig, Glucose, Fructose und Melasse.
Sie werden zum Süßen des Tabaks und überdecken von bitteren Stoffen im Tabak verwendet und sorgen für einen besseren Zusammenhalt der Inhaltsstoffe.
Der Anteil der Süßungsmittel kann je nach Mischverhältnis zwischen 0 bis 15% betragen.

Warum heißt es überhaupt Shishatabak

Aufgrund dieser Erkenntnis, dass der Tabakanteil am Shishatabak nur bei ca 20% (17-18% um genauer zu sein) liegt, ist die Frage meines Erachtens berechtigt.
Der Tabak ist beim Shishatabak der Trägerstoff, der im Idealfall die ganze Molasse aufsaugt.
Damit sollten am Ende einfach nur feuchter und aromatisch riechende Tabakschnipsel übrig bleiben.
Und so bleiben für den Verbraucher nur die Tabakschnipsel sichtbar.
Jedoch gibt es jetzt schon ein paar alternativen wie Dampfsteine, Pasten und sogar Watte die als Ersatz verwendet werden.
Das Rauchen mit Dampfsteinen ist sanfter und oftmals etwas weniger aromatisch.
Denn das im Tabak enthaltene Nikotin ist ein Geschmacksträger für das Aroma und macht ihn somit intensiver.

Da wir nun die wichtigsten Punkte des Shishatabaks besprochen haben, folgt nun die Anleitung des selber herstellens.

Anleitung in der Übersicht

  1. Tabak waschen (optional)
  2. Tabak entrippen
  3. Tabak zerkleinern
  4. Tabak anfeuchten

Zuallererst muss man sich fragen:

Beitrag: Wo bekommen ich den Tabak her?
Inhalte: Welchen Tabak verwende ich, Qualität des Tabaks überprüfen

Virginia Tabak kaufen(normaler Shishatabak, gold-orangefarbig),
Burley Tabak kaufen (mehr Nikotin, dunkelbraun).
Rohtabakblätter werden in Deutschland nicht nach dem Tabakgesetz versteuert, deshalb wird es als Dekotabak deklariert.(Stand:Sep 2020)

Wenn du schon deinen Rohtabak hast kannst du einfach weiterlesen und wenn du fertige Tabakschnipsel gekauft hast kannst
du die Schritte 1-3 überspringen.
Springe zu Schritt 4

1. Tabak waschen (optional)

Das Waschen des Tabaks ist optional und nicht unbedingt notwendig, es gibt im Normalfall keine Hygienischen Gründe.
Das Waschen sorgt dafür Nikotin aus dem Tabak herauszuwaschen,
denn Nikotin ist mit Wasser löslich.
Bei folgenden Punkten sollte das Waschen gemacht werden.

  • Wenn du beim Shisharauchen oft einen Nikotinflash (Nikotinschock: Schwindel, Unbehagen) bekommst solltest du den Tabak waschen.
  • Manche Molassen schmecken nur mit gewaschenem Tabak. Im Vorfeld sollte man einen Teil waschen und einen Teil ungewaschen lassen und beide mit der entsprechenden Molasse anfeuchten und testen

Vorab:
Das Waschen von Tabak halte ich für einen aufwendigen Prozess.
Das Nikotin verdreckt das Waschbecken und sollte anschließend gründlich gereinigt werden, um Flecken zu vermeiden.
Der Geruch beim Waschen verteilt sich in der Wohnung und hält sich noch einige Stunden. Lüften wird empfohlen.

Kommen wir nun zum Waschvorgang. Man kann ihn je nach Lust zwischen 1-5 mal Waschen.
Ihr müsst den Tabak nach dem Waschen aufhängen. Ich verwende dafür meist Wäscheständer.
Es lassen sich nur wenige 100g auf einmal Waschen, weil das Aufhängen jedes einzeln Tabakblatts viel Platz benötigt.

Was brauche ich zum Waschen?

Einen Wasserkocher, Eine Schlüssel oder Topf oder Eimer , ein/mehrere Wäscheständer oder eine/mehrere Wäscheleine

Ihr wiegt eure gewünschte Tabakmenge ab.
Dies solltet ihr an euren Aufhängemöglichkeiten fest machen (ca 100g pro Wäscheständer).
Dann gebt ihr den Tabak in ein hitzebeständiges Gefäß (Eimer, Schüssel, Topf)
Anschließend füllt ihr Wasser in den Wasserkocher bis zur maximal möglichen Menge und schaltet ihn ein.
Wenn dieser fertig ist, kippt ihr das kochende Wasser in das Gefäß mit dem Tabak und drückt ihn etwas an (Vorsichtig heiß!).
Sollte der Tabak nicht vollständig mit Wasser bedeckt sein, macht noch mehr heißes Wasser mit dem Wasserkocher und schüttet es in
das Gefäß und wiederholt den Vorgang sollte es immer noch nicht reichen.

Nach 10 min ziehen lassen könnt ihr das Wasser abkippen und die Tabakblätter ausquetschen (Vorsicht immer noch heiß!).
Dann ist der erste Waschgang beendet. Nun könnt ihr, wenn ihr mehr als einen Waschgang machen wollt den
nassen Tabak zurück in die Schüssel geben und erneut mit mit kochendem Wasser waschen.

Ich lasse mir beim Waschvorgang Zeit und lasse alles ca. 1 Stunde stehen. Dann ist das Wasser unbedenklich warm.

Nun kommt der aufwändige Teil des Waschens.
Nach dem Auswringen der Blätter muss jedes Blatt einzeln aufgehängt werden, sonst besteht die Gefahr, dass die Blätter schimmeln.
Schimmlige Blätter kann man nicht mehr verwenden!
Die Blätter tropfen meist noch nach und ihr solltet unter die Blätter altes Zeitungspapier oder Abdeckfolie legen.
Je nach Jahreszeit und Temperatur dauert das trocken wenige Std (mehr als 25°C) bis zu mehreren Tagen.
Durch das Waschen verliert der Tabak einige Gramm an Gewicht.

Den Tabak zähle ich als getrocknet wenn er sich noch bruchlos knicken lässt.
Wenn du den Tabak trockener werden lässt verbrennt er beim Rauchen zu schnell und kann oftmals weniger Molasse aufnehmen.
Auch das entrippen des Tabaks wird etwas schwieriger wenn er zu trocken ist.

2. Tabak entrippen

Für das Entrippen benötigt man eigentlich nur die Hände, empfehlenswert sind aber Handschuhe dabei zu tragen.
Alternativ gibt es auch Maschinen die einem die Arbeit erleichtern können.
Eine einfache Googlesuche nach tobaccoandmachines sollte dich fündig werden lassen.
Man sollte den Mittelstamm aus jedem Tabakblatt vollständig entfernen.
Wenn er vorne ziemlich dünn wird, kann man das vernachlässigen.
Zusätzlich muss jedes Blatt einzel geprüft werden, ob ein Nebenstamm ebenfalls dicke Äste hat.
Diese müssen dann ebenfalls entfernt werden.
Am schnellsten geht es, wenn man sich viele Blätter neben sich legt und systematisch eins nach dem anderen entrippt.
Dabei sollte man mit der einen Hand den Mittelstamm festhalten und mit der anderen Hand versuchen das Tabakblatt ab zubekommen.
Meisten bleiben Reststücke am Stamm hängen, lasst ihr diese dran hängen seit ihr zwar schneller, aber ihr verliert einige Gramm an verwendbarem
Tabak. Der Verlust an Gewicht beträgt beim Entrippen zwischen 10% bis 30% (bei einem kg, zwischen 100-300g Verlust),
abhängig davon wie dick die Mittelstämme sind und wie sorgsam man mit dem Abfall umgeht.
Je genauer man vorgeht, desto hochwertiger wird der Tabak später.

3. Tabak zerkleinern

Im Vorletzen Schritt der Shishatabakverarbeitung müssen die großen Tabakblätter zu kleinen Tabakschnipseln verarbeitet werden.
Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste ist das verwenden eines alten Mixers.
Ich halte es für äußerst unhygienisch einen noch für Lebensmittel verwendeten Mixer zu verwenden, aber das müsst ihr mit euch selbst ausmachen.
Beim Mixer ist dabei zu achten, dass der Tabak nicht pulverisiert wird. Je nach Mixer und  Form kann es bis zu mehreren Stunden dauern um ein Kilogramm Tabak zu zerkleiner.

Die zweite Methode ist die gute alte Schere dafür ist entweder eine Textilschere gut oder aber eine Heckenschere.
Mit beiden Lassen sich mehrere Lagen Tabakblätter auf einmal kleinschneiden.
Auch die Kombination mit der Schere klein schneiden und mit dem Mixer auf die endgültige Größe zu häckseln kann einiges an Zeit sparen.

Tipp: Ein eher unkonventionelle Vorgehensweise aber dafür sehr effektiv.
Die Motorsense oder auch Rasentrimmer. Baut man sich eine Box in die man die Sense geschlossen einbauen kann.
Beispielsweise einen Plastikeimer mit geteiltem Deckel, kann man einen ganzen Eimer mit Tabakblättern in wenigen Minuten
zu richtigen Größe verarbeiten.
Auch hier gilt: Nicht zu Pulver verarbeiten!

Ich mache es so, dass ich meist eine größere Menge produziere als ich einlege.
Hier findet ihr einen Artikel
Wie lagere ich vorbereiteten Tabak?

4. Tabak einlegen

Eine Liste von fertigen Molassen welche ich bereits getestet habe findet ihr hier:
Meine bereits verwendeten Molassen

Eine Liste der besten Molassen
-Adalya
-O's oder Ocars
-Pirate's Breath

Tabak einlegen

Der Tabak ist nun für das Einlegen in die Molasse vorbereitet.
Beim Einlegen gibt es mehrere Ansätze, aber ich finde es ist Geschmackssache, wie feucht oder trocken man sich seinen
Tabak machen möchte. Als einfache Kennung sollte man bei 100ml (120g) Molasse ca. 20g Tabak verwenden.
Und genau hier variiert der Geschmack. Möchte ich es etwas feuchter haben verwende ich nur 17-19g.
Ist es mir zu feucht mach ich eben noch etwas Tabak dazu.
Zudem ist auch der Trocknungszustand des Tabaks selbst entscheidend darüber wie viel er aufnehmen kann.

Man sollte den Tabak auch erst nach ein paar Tagen und nach dem Umrühren begutachten um die wirkliche Feuchte bestimmen zu können.

Beachte:
Feuchter bekommt man den Tabak nur, wenn man zusätzliche Molasse oder Glycerin darüber kippt,
trockener geht es mit mehr Tabakblättern fast immer.
Wenn man nur Glycerin darüber gießt verliert der Tabak insgesamt an Geschmack.

Der Tabak braucht einige Tage bis Wochen um rauchfertig zu werden, dies ist abhängig von dem Tabak und der Molasse.
Das Umrühren des Tabaks alle paar Tage sorgt dafür, dass sich der Geschmack gleichmäßig in den Blättern verteilt.

Zusammenfassung

Um Shishatabak selbst herzustellen, benötigt man einige Arbeitsschritte, Zeit und Werkzeug.
Das Waschen des Rohtabaks ist nicht unbedingt notwendig (Bei manchen Molassen schon).
Die Reihenfolge der Verarbeitung kann getauscht werden, macht aber meiner Meinung nach mehr Arbeit und deshalb keinen Sinn.
Nach dem Entrippen der Tabakblätter wird aus dem Rohtabakblatt zu versteuernder Rauchtabak.
Der somit selbst hergestellte Tabak darf nur für den Eigenbedarf benutzt werden.

Recent Content