Shisha-Molasse selbst herstellen


Willst du deine eigenen Geschmack in der Shisha rauchen?
Kein Menthol oder Minze in deinem Tabak haben oder einfach eine eigene Kreation entwickeln?
Dann solltest du jetzt beim Shishamolasse herstellen genau aufpassen.

Hier möchte ich meine Erfahrungen zu diesem Thema mit dir teilen.
Es ist leider ein sehr aufwendiges Thema welches viele Tests erfordert und deshalb Zeit und Geld benötigt.
Solltest du darauf keine Lust haben findest du hier Fertige Molassen

Die Shisha-Molasse ist das Herzstück jedes Shishatabaks und macht rund 80% dessen aus.
Checke dafür den Beitrag: Shishatabak selbst herstellen

Zusammensetzung der Molasse

Die Molasse besteht mindestens aus Glycerin/Glyzerin (VG) und Aroma (auf Propylenglykol (PG) Basis) kann aber auch
Süßungsmittel und/oder reines Propylenglykol enthalten.

Glycerin

Glycerin ist mit 65-95% der Hauptbestandteil der Molasse und leicht zu beschaffen.
Man sollte eine Qualität von mindestens 99,5% und mit der Kennzeichnung E422 für Lebensmittelqualität
gekennzeichnet sein.
5 L sind für 25€ erhältlich hier erhältlich.

Aroma

Aroma auf PG Basis ist je nach Intensivität und Qualität zu 5-20% enthalten, die Verwendung von Aromen auf
Wasserbasis benötigt deutlich höhere Mengen, da die Preise für beide ziemlich gleich sind empfehle ich Aromen auf PG Basis.
Aromen auf PG Basis bekommt man bei Vaping Shops, eBay und teilweise auch auf Amazon.
Zu beachten ist, dass man pure Aromen und kein Liquid (schon vorgemischt) kauft.
Die Dosierempfehlung sollte im Vorfeld herausgefunden werden.
Aromen mit 3-5% Empfehlung sind das Optimum.
Da ich mit dem Selbermachen ja Geld sparen möchte und du ja sicher auch
dürfen 10ml in meiner Kalkulation nicht mehr als 4€ kosten.
Aber dazu später noch mehr.

Süßungsmittel

Süßungsmittel werden verwendet um bitteren Beigeschmack bei manchen Aromen zu überdecken
und den Geschmack voller zu machen.
Die Gründe für den bitteren Geschmack im Aroma sind mir leider nicht klar.
Die Verwendung des Süßungsmittel wird meist etwas weniger dosiert als das Aroma.
Je nach Aroma kann dies schwanken. Ein Richtwert sind hier meist 5%.
Beste Ergebnisse habe ich mit Glucose erzielt.
Honig kristalisiert nach einer gewissen Zeit und muss aufgekocht werden.
Hast du aber Honig den du entbehren möchtest verwende dünnflüssigen Akazien-,
Wiesen- oder Gebirgsblütenhonig.
Melasse ist auch möglich zu verwenden und gibt dem Tabak anschließend eine
dunkle bis schwarze Farbe.
Sie ist sehr klebrig, schlecht zu verarbeiten und riecht unangenehm.
Deshalb ist Glucose mein Favorit.
Er lässt sich gut verarbeiten, ist flüssig wie Honig, kristalisiert nicht ,ist geruchlos und günstig.
Für nichtmal 3,50€ gibt es hier ein Kilo.

Propylenglykol

Propylenglykol hat die Eigenschaft sehr gut den Geschmack zu übertragen.
Diese Eigenschaft kann man nutzen um den Geschmack zu intensivieren ohne mehr Aroma dazuzugeben.
Ein Nachteil von PG ist der sogenannte Throat Hit (kratzen oder brennen im Hals), wenn der Tabak seine
Hitze erhält. Deshalb sollte das zusätzlich dazugegebene PG die 20% Marke nicht überschreiten.
Propylenglykol gibt es für
12€ = 1L
20€ = 5L

Benötigtes Material zum Herstellen von Shisha Molasse

Haben wir nun alle erforderlichen Zutaten fehlt uns noch ein wichtiges Werkzeug.

Feinwaage

Die Feinwaage wird benötigt um die ganzen Zutaten Einigermaßen gut im Verhältnis zu haben, je höher die Genauigkeit desto besser.
Am besten ist eine welche 2 Kilogramm vertragen kann, sollte man mal größere Mengen herstellen möchten.
Wie meine hier:

Dipse Feinwaage bis 2000g/0,1g Genauigkeit

Behälter

Am besten sind Braungläser geeignet, da sie so gut wie keine Gerüche abgeben und somit auch Problemlos im
Wohnbereich gelagert werden können. Es können aber auch andere Behältnisse mit Schraubverschlüssen verwendet werden,
wie z.B. alte Molassebehälter aus Plastik wie die Adalya Mix Flaschen, Os Doobacco oder von Ottaman.
Getränkeflaschen wie PETs halte ich für weniger sinnvoll sind aber notfalls auch in Ordnung.

Auch hier hat es sich für mich als praktisch herausgestellt wenn der Behälter welcher mindestens 150ml aufnehmen kann, sollte man größere
Mengen herstellen wollen.

6 x braune Medizinflasche 200 ml – 19,99 €

Der erste Test

Der erste Test sollte nicht mehr als 20-30g sein, damit man nicht zu viel verschwendet falls es noch nicht gut ist.
Die wichtigste Kennziffer ist die Dosierempfehlung des Aromas.
Damit muss jedes Aroma welches von einem anderen Hersteller kommt induviduell getestet werden.
Eine Empfehlung von 3-5% sollte in der Shisha Molasse mit
2-3% mehr des höchsten Werts als für Liquid verwendet werden, also in diesem Fall 7 oder 8 %.
Dies ist ein Erfahrungswert von mir welcher einer mittleren bis guten Aromaintensivität des Tabaks führt.

  • Im ersten Schritt geben wir unseren Behälter auf die Feinwaage
  • Nun geben wir 18,6 g (88% von 20ml) Glycerin in unserem Behälter dann 1g Süßungsmittel (5%) und 1,4g pures Aroma (7%) dazu.
    Anschließend den Deckel verschließen und den Behälter gut schütteln, dass sich das Aroma gut im Gemisch verteilt.
  • Um das Süßungsmittel welches dickflüssiger ist mit den anderen Inhaltsstoffen zu verbinden, muss der
    Behälter erhitzt werden. Heißes Wasser aus dem Wasserhahn reicht in den meisten Fällen schon aus.
  • Dafür den Behälter entweder unter heißes laufendes Wasser geben oder einen weiteren Behälter mit dem heißen Wassser befüllen
    und den Behälter darin eintauchen.
  • Dies sollte man einige Minuten machen und dabei und den Behälter schütteln/drehen und prüfen ob sich das Süßungsmittel mit den anderen
    Zutaten verbunden hat. Ist das der Fall kann der Vorgang beendet werden.
  • Geduld ist jetzt wichtig ich lasse das ganze nun mindestens 1 Tag stehen und schüttel das ganze 3-4mal zwischenzeitlich
  • Nach einem Tag kommt der Geschmacktest, ich nehme die Flasche und setze es so an, dass mein kleiner Finger einen Tropfen
    des Gemischs abbekommt (Vorher natürlich Hände waschen!)
  • Dann den Finger auf die Zungenspitze legen und schauen wie es schmeckt.
    Ist es jetzt nur süß bei einem fruchtigen Aroma wird kein weiteres Süßungsmittel benötigt. Ist er bitter muss er nachgesüßt werden.
    Wirkt der Geschmack zu schwach kann man entweder mehr Aroma (teuer) zugeben oder reines PG (günstig) werdenBitte aber trotzdem immer die bereits oben genannten Verhältnisse nicht überschreiten
  • Sollte jetzt die Molasse nicht bitter gewesen sein und die Intensivität des Geschmacks gut, kann das
    folgende Thema übersprungen werden.

Nachsüßen und Geschmack verstärken

War der Geschmacktest nicht gut. Muss nachgesüßt und/oder der Geschmack verstärkt werden.
Hier ist es wichtig die zugegebenen Dinge akribisch aufzuschreiben um die genaue Zusammensetzung immer im Blick zu haben.

Das zusätzliche aromatisieren und nachsüßen sollte im 1% Schritt passieren. Hierbei wieder die obige Schritt für Schritt Anleitung beachten.
Ist der Geschmacktest nach einem Tag wieder nicht gut muss diese Aktion wieder bis zu einem akzeptablen Ergebnis durchgeführt werden.

Anfeuchten des Tabaks

War der Geschmacktest gut kann man seinen Tabak mit der selbstgemachten Molasse anfeuchten.
Eine genauere Anleitung gibt es hier: Tabak einlegen

Kurze Anleitung

  • Tabak in einen Behälter geben
  • Shishamolasse darüber kippen und gut umrühren
  • täglich umrühren

Meist ist das ganze nach ca 1 Woche rauchbar.

Rauchen des selbstgemachten Tabaks

Leider ist der Geschmackstest mit der Zunge nur ein Anhaltspunkt, leider merkt man erst beim
Rauchen in der Shisha ob der Tabak auch wirklich gut geworden ist und kann erst jetzt auf
das ein oder andere Manko feststellen. Welche Dinge man aber nicht mit der Molasse verändern kann
ist der Nikotin-Flash daran ist der Tabak „schuld“.
Ist der Geschmack zu schwach muss nochmal ein neuer Test gefahren werden.
Der fertige Tabak kann in den meisten Fällen nicht mehr überarbeitet werden.

Mengen anfertigen

Weiß man nun die Zusammensetzungen der Molasse kann man größere Mengen herstellen und diese je nach Behältnis auch länger
lagern. Es ist empfehlenswert die Molassen mit Etiketten zu beschriften und die Zusammensetzung darauf zu schreiben und sie nochmals
woanders festzuhalten.

Wichtig: Testet man das Aroma eines Herstellers mit 10ml und kauft dann ein anderes Gebinde (bsp. 100 oder 250ml) kann die Intensivität sich verändern.

Wichtig ist es immer auf die Dosierempfehlung zu achten, ändert diese sich ist Vorsicht geboten.

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